Sanitätsfachgeschäft für Orthopädie- und Rehaprodukte

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Medizinische Kompressionsstrümpfe und ihre Klassen 1 - 4

Für die Kompressionsversorgung gibt es medizinische Kompressionsstrümpfe in verschiedenen Längen für Armen und Beinen.
Es gibt Kniestrümpfe, Oberschenkelstrümpfe, Strumpfhosen oder Einbeinstrumpfhosen.
Für Arme gibt es Handschuhe mit oder ohne Finger sowie Armstrümpfe in verschiedenen Varianten. Spezielle Versorgungen existieren für Kopf, Brustkorb und Bauchbereich. Es sind jeweils geschlossene oder offene Fussspitzen möglich.

„Von medizinischen Kompressionsstrümpfen klar abzugrenzen sind gewöhnliche Stützstrümpfe und Thromboseprophylaxe-Strümpfe. Sie dienen NICHT der Therapie von Lymphödemen.“

Die Kompressionsstrümpfe werden in zwei verschiedenen Verfahren hergestellt;

„Flachstrickstrümpfe“ Die flachgestrickte Kompressionsstrümpfe mit Naht werden Reihe für Reihe gestrickt. Sie werden zuerst als flache Elemente gestrickt und erst im Nachhinein mit einer Naht zur definitiven Strumpfform zusammengenäht. Dieses Verfahren ermöglicht es, dass jederzeit Maschen zu- oder abgenommen werden können, anstelle die Maschengröße zu verändern. Auf diese Weise können Strümpfe hergestellt werden, welche genau zu den Umfangmassen des Lymphödems passen und so auch nicht zu Einschnürungen und zusätzliche Scherzen führen. Sie besitzen eine hohe Wandstabilität, unterstützen die Therapie des Ödems optimal und sind daher sinnvollerweise bei etwas ausgeprägter Körperform zu tragen.

Die Wirkung:

  • Entödematisierende Wirkung durch Verdrängung von Flüssigkeit im Zwischenzellgewebe
  • Reduzierung des venösen Drucks
  • Reduzierung der lymphpflichtigen Last im Zwischenzellgewebe
  • Erhöhung der Lymphbildung
  • Erhöhung der Lymphtransportkapazität

Die Anmessung solcher Massstrümpfe erfolgt durch geschultes Personal.

Ramajana von Moos von RehaPlus ist spezialisiert auf  Massanfertigungen von Flachstrickstrümpfen!

„Rundstrickstrümpfe“ Die rundgestrickte Kompressionsstrümpfe ohne Naht gestickt. Diese Art der Kompressionsstrümpfe wird mit gleichbleibender Maschenzahl über die gesamte Länge und mit verändernder Maschengröße gefertigt. Deshalb sind keine extremen Formen strickbar und sind bei ausgeprägten Lymphödemen nicht geeignet, da sie nicht an besondere Körperformen angepasst werden können.

In erster Linie werden die Rundstrickstrümpfe bei Venenerkrankungen eingesetzt oder für Betroffene mit einem nur sehr leicht ausgeprägten Lymphödem. Es wird Empfohlen, die Strümpfe nur solange zutragen, wie der Therapieeffekt gegeben ist und keine Einschnürungen auftreten.
Diese Kompressionsstrümpfe sind sehr dehnbar und haben im Vergleich zu flachgestrickten Kompressionsstrümpfen einen niedrigeren Arbeitsdruck.

Wichtig: Nur flachgestrickte Versorgungen haben einen ausreichend hohen Druck, d.h. eine extrem hohe Wandstabilität um einem wachsenden Ödem einen maximalen Wiederstand zu bieten. Diesen benötigten Wiederstand haben rundgestrickte Strümpfe nicht, wodurch sich die Ödeme bei falschen Strümpfen weiter verschlechtern.

Die Kompressionsklassen bei Strümpfen

Kompressionsstrümpfe gibt es in den Kompressionsklassen 1 bis 4. Damit ein Kompressionsstrumpf täglich getragen wird, ist es wichtig, dass er als zentraler Therapiebestandteil geschätzt wird, um eine Verschlechterung des Lymphödems zu verhindern. Deshalb soll er;
  • gut passen
  • angenehm zu tragen sein
  • seine Kompressionsfunktion erfüllen
  • keine Druckstellen oder Einschnürungen verursachen
  • sich mit oder ohne Hilfsmittel gut anziehen lassen
  • wenn nötig mit Komfortzonen versehen sein
  • in speziellen Farbtönen zu passender Kleidung kombinierbar sein
  • Da nebst dem therapeutischen/medizinischen Nutzen auch den individuellen Bedürfnissen Rechnung getragen werden muss, müssen die Kompressionsstrümpfe genau vermessen werden. Je nachdem können im Nachhinein Anpassungen vorgenommen werden, dies ist jeweils mit der Fachperson zu besprechen. Spätestens aber bei einer nächsten Bestellung sollten Änderungen in den neuen Strumpf einfliessen.

    Die Kompressionsklassen auf einen Blick

    Klasse Kompression in mmHg (1) Kompression in KPa (2) Indikation (Bsp.)
    Kl. 1
    18-21mmHg
    2,4–2,8
    • funktionelle Beschwerden
    • schwere, müde Beine
    • leichte Schwellungsneigung
    Kl. 2
    23-32mmHg
    3,1–4,3
    • Krampfadern
    • Schwellungen
    • Thrombose
    • prä- und postoperativ
    Kl. 3
    34-46mmHg
    4,5–6,1
    • offenes Bein
    • Lymphödem
    • posttraumatisches Syndrom
    Kl. 4
    >49mmHg
    mind. 6,5
    • irreversibles Lymphödem

    Erläuterung:
    (1) Einheitenzeichen: mmHg
    Das Torr (Einheitenzeichen: Torr) oder die Millimeter-Quecksilbersäule, (früher auch und aktuell in der Schweiz nur Millimeter Quecksilbersäule) ist eine Maßeinheit des Druckes. Ein Torr ist der statische Druck, der von einer Quecksilbersäule von 1 mm Höhe erzeugt wird. Normaler Luftdruck entspricht einer Quecksilbersäule von 760 Millimeter.

    (2) Einheitenzeichen: KPa
    Das Pascal ist eine abgeleitete SI-Einheit des Drucks sowie der mechanischen Spannung. Sie ist nach Blaise Pascal benannt und folgendermaßen definiert: 1 Pa = 1 kg