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Lymphödem / Lipödem

So unterscheiden Sie ein Lymphödem von einem Lipödem.

Es gibt einige Hinweise, anhand derer man ein Lip- von einem Lymphödem gut unterscheiden kann. Hier geben wir Ihnen eine kleine Hilfestellung, wie man die beiden Krankheitsbilder unterscheiden kann. Diese Angaben ersetzen aber keinesfalls eine medizinische Untersuchung. Bei langanhaltenden Beschwerden oder Schmerzen sollten Sie dringend einen Arzt aufsuchen.

Lipödem

Der Begriff Lipödem beschreibt eine chronische und zudem schmerzhafte Fettverteilungsstörung mit Wassereinlagerungen. Die Krankheit betrifft überwiegend Oberarme, Hüfte und Oberschenkel, der Rest des Körpers weist in der Regel normale Proportionen auf. Deshalb spricht man bei dieser Krankheit auch vom „Reiterhosenphänomen“.

Lymphödem

Lagert sich zu viel Flüssigkeit im Gewebe ab, kommt es zu einer ungewollten Schwellung. Das kann ein Anzeichen für ein „Lymphödem“ sein. Ursache sind z. B. Entzündungen (bspw. Insektenstiche oder Verstauchungen), sodass das lymphatische System zeitweise überlastet ist – hier spricht man von einem akuten Lymphödem. Klingt die Entzündung ab, geht auch die Gewebsschwellung zurück.

Ist die Schwellung aber langanhaltend, kann auch eine chronische, d.h. dauerhafte Störung des lymphatischen Systems vorliegen. Die Diagnose lautet dann „sekundäres Lymphödem“.

LYMPHSYSTEM

Kernstück der Krankheitsabwehr

Das Lymphgefäßsystem ist neben den Arterien und Venen das dritte große Gefäßsystem in unserem Körper. Es ist ein Drainage- und Transportsystem mit dazwischengeschalteten Lymphknoten. Die wichtigste Aufgabe der Lymphgefäße ist der Abtransport von Substanzen aus dem Zwischenzellraum zurück in das venöse System. Substanzen, die nur über die Lymphe entsorgt werden können, sind v. a. Eiweiß, Nahrungsfette, Zellen und Zelltrümmer sowie insbesondere eingedrungene Bakterien und Viren. Wasser ist nur das Transportmedium.
Die Lymphgefäße durchziehen den menschlichen Körper entlang der Blutgefäße und in den Extremitäten besonders im Unterhautfettgewebe. Sie transportieren täglich etwa zwei Liter Lymphe ab. Komplexes System. Das Lymphsystem durchzieht als Netzwerk aus lymphatischen Organen und Lymphgefäßen den gesamten Körper. Wird der Lymphfluss unterbrochen oder beeinträchtigt, bleibt die  Flüssigkeit und das Eiweiß im Gewebe zurück und es entsteht eine Schwellung: das Lymphödem. Ursachen können beispielsweise fehlende oder verletzte Lymphknoten sein.

Über die Schlagadern wird das Blut bis zum großen Zeh gepumpt. 90 Prozent des Blutes fließen durch die Venen zum Herzen zurück. Die restlichen 10 Prozent werden über das zweite Rücklaufsystem, die Lymphbahnen, zum großen Kreislauf zurücktransportiert.

Lymphflüssigkeit wird über kleine Poren von den Lymphgefäßen aufgenommen und nach oben gepumpt (obere Grafik). Durch vermehrte Fetteinlagerung verengen sich die Lymphgefäße. Der Rückfluss der Lymphflüssigkeit ist damit blockiert (untere Grafik).

Asymmetrische Schwellung

SYMPTOME UND DIAGNOSE

Frühzeitige Diagnose verbessert Verlauf

Der Arzt stellt in der Regel eine präzise Diagnose anhand der
Krankengeschichte und der klinischen Untersuchung. Eine einfache
Möglichkeit, entstehende Ödeme selbst zu erkennen, besteht
darin, mit dem Daumen ca. 10 Sekunden lang das betroffene Gewebe
einzudrücken. Wenn die auftretende Hautdelle nicht sofort nach
Beendigung des Drucks wieder verschwindet, deutet das auf ein Ödem
hin. In diesem Fall ist es ratsam, einen Spezialisten aufzusuchen.
Umfang der Schwellung messen
Sie erleichtern dem behandelnden Arzt die Beurteilung des
Lymphödems, indem Sie einmal pro Woche den Umfang der Schwellung
messen und notieren. Am besten morgens, gleich nach dem Aufstehen.
Die Volumenmessung ist nicht nur zur Diagnose, sondern auch zur
Erfolgskontrolle einer langfristigen Therapie wichtig.

Der Arzt misst mit Hilfe verschiedener Verfahren den Umfang der
Beine bzw. der Arme in gleichmäßigen Abständen. Einige arbeiten mit
Röntgen- bzw. Laserstrahlen. Nebenwirkungsfrei und als schnelle
Alternative gilt die Schattenprojektionsmessung mit elektronischer
Auswertung (z. B. Perometer®).
Große Bedeutung hat heute die Ultraschalluntersuchung der
Haut und des Unterhautfettgewebes mit hochauflösenden Sonden.
Auch wenn kein dellenbildendes Ödem vorhanden ist, lassen sich
damit Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe nachweisen.
Die Ödemsonographie liefert Ihrem Arzt auch wichtige Hinweise zur
Ursache Ihres Ödems. Weitere Untersuchungsmethoden des
Lymphsystems, für bestimmte Fragestellungen, z. B. bei Gutachten,
sind u.a. der Farbstofftest, die Lymphszintigraphie und die Lymphographie.

BEHANDLUNG

Konsequente Entstauungs- und Kompressionstherapie

Die Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE):
Phase 1 – Entstauungsphase
In der Phase 1 der KPE arbeitet der Lymphtherapeut zunächst mit lymphologischen Kompressionsverbänden.

Phase 2 – Erhaltungs- und Optimierungsphase
In der Phase 2 sind lymphologische, d.h. in aller Regel flachgestrickte Kompressionsstrümpfe oder -bekleidung zu tragen.

Pflegen Sie Ihre Haut intensiv, um sie vor Austrocknung zu schützen und so das Risiko von Infektionen im Bereich der ödematös gestauten Extremität zu minimieren.

Bei einem fortgeschrittenen Lymphödem empfiehlt sich die stationäre Behandlung in einer Spezialklinik.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Ödemformen führt das unbehandelte Lymphödem häufig zu schweren Folgeschäden des gestauten Gewebes. Nur wenn Betroffene konsequent sämtliche anerkannte Behandlungsmethoden anwenden, kann sich die Erkrankung nicht verschlimmern und die Lebensqualität verbessert sich.
Lymphdrainage und Kompressionsbehandlung Die einzig anerkannte Behandlungsmöglichkeit beim Lymphödem ist die Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE).

Bausteine der KPE sind:
1. Die Manuelle Lymphdrainage (MLD)

2. Die Kompressionsbehandlung mit
– Lymphologischen Kompressionsverbänden
– Lymphologischen Kompressionsstrümpfen und -segmenten
– Apparativer Intermittierender Kompression

3. Konsequente Hautpflege

4. Gewichtskontrolle oder -reduktion

5. Entstauungsübungen, körperliche Aktivität

6. Eigenmotivation

Bei der Behandlung regt die spezielle Technik der Manuellen Lymphdrainage den Lymphtransport an. Durch besondere Griffe können damit sogar Verhärtungen des Gewebes gelockert werden. Während einer Sitzung bewegen die speziell ausgebildeten Lymphtherapeuten teilweise bis zu 500 ml Lymphe und Flüssigkeit aus jedem Bein. Wie bei einem Schwamm, der sich ohne Druck sofort wieder vollsaugt, läuft das Lymphödem ohne begleitende Kompressionsbehandlung nach der MLD sofort wieder nach.

Die Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE):
Phase 1 – Entstauungsphase
In der Phase 1 der KPE arbeitet der Lymphtherapeut zunächst mit lymphologischen Kompressionsverbänden.

Phase 2 – Erhaltungs- und Optimierungsphase
In der Phase 2 sind lymphologische, d.h. in aller Regel flachgestrickte Kompressionsstrümpfe oder -bekleidung zu tragen.

Pflegen Sie Ihre Haut intensiv, um sie vor Austrocknung zu schützen und so das Risiko von Infektionen im Bereich der ödematös gestauten Extremität zu minimieren.

Bei einem fortgeschrittenen Lymphödem empfiehlt sich die stationäre Behandlung in einer Spezialklinik.

KOMPLIKATIONEN

Hautveränderungen beim Lymphödem

Wird nichts gegen ein bestehendes Lymphödem unternommen, kann es zu Veränderungen der Haut kommen. Oft wird diese dann trocken und schuppig. Da das Lymphsystem Eiweiß nicht mehr ausreichend abtransportiert, lagert sich dieses ins Gewebe ein (Proteoglykane). Entzündungen führen zu Verhärtungen (Fibrosen). Neues Bindegewebe bildet sich, wuchert und verfestigt das Ödem. Das Immunsystem der Haut ist im Bereich des Ödems gestört und anfällig für Erkrankungen wie Wundrose (Erysipel) und Hautpilz.

Juzo® EXPERT PROGRAMM

Für die effiziente Kompressionstherapie

Kompressionskleidung sichert den Erfolg der Komplexen Physikalischen
Entstauungstherapie dauerhaft. Die medizinischen Kompressionsgestricke
üben einen gleichmäßigen Druck auf das Gewebe aus und garantieren einen exakt definierten Druckverlauf. Die Versorgungen sind millimetergenau auf Ihren Körper abgemessen und je nach Einsatzgebiet in verschiedensten Ausführungen vom Wadenstrumpf bis zur Strumpfhose erhältlich.

Flachgestrickte Kompressionsstrümpfe
Kompressionsstrümpfe mit Naht sind bei der Versorgung von Lip- und Lymphödemen meist unverzichtbar. Die flachgestrickten Strümpfe (z. B. Juzo® Expert) werden Masche für Masche exakt der Körperform nach gestrickt. Das Gestrick wird mit einer flachen, elastischen Kettelnaht verbunden. In Verbindung mit Bewegung entsteht ein hoher Arbeitsdruck, der die optimale Komprimierung des Gewebes ermöglicht.
Das stärkere Gestrick hat zusätzliche Besonderheiten, wie einen lymphabflussfördernden Effekt. Der kräftige Strumpf gibt dem Ödem nicht nach.

Qulleen von Juzo.
Zuverlässige Versorgung, vielseitig und trendsetzend