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Kompressionsversorgung

Kompressionsversorgungen wie Strümpfe, Strumpfhosen, Ärmel, Handschuhe, Thorax und Gesichtsmasken üben einen dosierten Druck auf die jeweilige Körperpartie aus.

„Von medizinischen Kompressionsstrümpfen klar abzugrenzen sind gewöhnliche Stützstrümpfe und Thromboseprophylaxe-Strümpfe. Sie dienen NICHT der Therapie von Lymphödemen.“

Die richtige Kompresionsversorgung erreicht man nur durch gute Beratung, Erfahrung und korrektes Messen. Nur so kann die Kompression zu einer wirksamen Versorgung führen mit der Sie sich wohlfühlen.

Der Weg zu ihrer Kompressionsversorgung

  • Sie bekommen eine Verordnung Ihres Arztes über Kompressionstrümpfe, Flach- oder Rundstrick der KKL 2 – 4
  • Sie kontaktieren uns und wir vereinbaren mit Ihnen einen Beratungs- und Anmesstermin
  • Wir bestellen für Sie ihre neuen individuell passenden Strümpfe 
  • Sobald wir die Strümpfe erhalten haben, werden wir Sie telefonisch kontaktieren 
  • Bei der Abgabe probieren Sie die Strümpfe an und wir üben zusammen das richtige An- und Abziehen 
  • Zusätzlich beraten wir Sie bezüglich ihrer Haut- und Strumpfpflege
  • Sie bezahlen die Strümpfe direkt bei uns 
  • Für die Rückerstattung (Krankenkasse), erhalten Sie von uns die nötige Rechnung (Quittung)
  • Die Rechnung (Quittung) zusammen mit der ärztlichen Verordnung senden Sie an ihre Krankenkasse zur Rückerstattung

Medizinische Kompressionsstrümpfe

Kompressionsstrümpfe gibt es in den Kompressionsklassen 1 bis 4. Damit ein Kompressionsstrumpf täglich getragen wird, ist es wichtig, dass er als zentraler Therapiebestandteil geschätzt wird, um eine Verschlechterung des Lymphödems zu verhindern. Deshalb soll er;
  • gut passen
  • angenehm zu tragen sein
  • seine Kompressionsfunktion erfüllen
  • keine Druckstellen oder Einschnürungen verursachen
  • sich mit oder ohne Hilfsmittel gut anziehen lassen
  • wenn nötig mit Komfortzonen versehen sein
  • in speziellen Farbtönen zu passender Kleidung kombinierbar sein
  • Da nebst dem therapeutischen/medizinischen Nutzen auch den individuellen Bedürfnissen Rechnung getragen werden muss, müssen die Kompressionsstrümpfe genau vermessen werden. Je nachdem können im Nachhinein Anpassungen vorgenommen werden, dies ist jeweils mit der Fachperson zu besprechen. Spätestens aber bei einer nächsten Bestellung sollten Änderungen in den neuen Strumpf einfliessen.

    Die Kompressionsstrümpfe werden in zwei verschiedenen Verfahren hergestellt;

    „Flachstrickstrümpfe“ Die flachgestrickte Kompressionsstrümpfe mit Naht werden Reihe für Reihe gestrickt. Sie werden zuerst als flache Elemente gestrickt und erst im Nachhinein mit einer Naht zur definitiven Strumpfform zusammengenäht. Dieses Verfahren ermöglicht es, dass jederzeit Maschen zu- oder abgenommen werden können, anstelle die Maschengröße zu verändern. Auf diese Weise können Strümpfe hergestellt werden, welche genau zu den Umfangmassen des Lymphödems passen und so auch nicht zu Einschnürungen und zusätzliche Scherzen führen. Sie besitzen eine hohe Wandstabilität, unterstützen die Therapie des Ödems optimal und sind daher sinnvollerweise bei etwas ausgeprägter Körperform zu tragen.

    Die Wirkung:

    • Entödematisierende Wirkung durch Verdrängung von Flüssigkeit im Zwischenzellgewebe
    • Reduzierung des venösen Drucks
    • Reduzierung der lymphpflichtigen Last im Zwischenzellgewebe
    • Erhöhung der Lymphbildung
    • Erhöhung der Lymphtransportkapazität

    Die Anmessung solcher Massstrümpfe erfolgt durch geschultes Personal.

    „Rundstrickstrümpfe“ Die rundgestrickte Kompressionsstrümpfe ohne Naht gestickt. Diese Art der Kompressionsstrümpfe wird mit gleichbleibender Maschenzahl über die gesamte Länge und mit verändernder Maschengröße gefertigt. Deshalb sind keine extremen Formen strickbar und sind bei ausgeprägten Lymphödemen nicht geeignet, da sie nicht an besondere Körperformen angepasst werden können.

    In erster Linie werden die Rundstrickstrümpfe bei Venenerkrankungen eingesetzt oder für Betroffene mit einem nur sehr leicht ausgeprägten Lymphödem. Es wird Empfohlen, die Strümpfe nur solange zutragen, wie der Therapieeffekt gegeben ist und keine Einschnürungen auftreten.
    Diese Kompressionsstrümpfe sind sehr dehnbar und haben im Vergleich zu flachgestrickten Kompressionsstrümpfen einen niedrigeren Arbeitsdruck.

    Wichtig: Nur flachgestrickte Versorgungen haben einen ausreichend hohen Druck, d.h. eine extrem hohe Wandstabilität um einem wachsenden Ödem einen maximalen Wiederstand zu bieten. Diesen benötigten Wiederstand haben rundgestrickte Strümpfe nicht, wodurch sich die Ödeme bei falschen Strümpfen weiter verschlechtern.

    Die Kompressionsklassen auf einen Blick

    Klasse Kompression in mmHg (1) Kompression in KPa (2) Indikation (Bsp.)
    Kl. 1
    18-21mmHg
    2,4–2,8
    • funktionelle Beschwerden
    • schwere, müde Beine
    • leichte Schwellungsneigung

    (Wir nicht von der Krankenkassen übernommen)

    Kl. 2
    23-32mmHg
    3,1–4,3
    • Krampfadern
    • Schwellungen
    • Thrombose
    • prä- und postoperativ
    Kl. 3
    34-46mmHg
    4,5–6,1
    • offenes Bein
    • Lymphödem
    • posttraumatisches Syndrom
    Kl. 4
    >49mmHg
    mind. 6,5
    • irreversibles Lymphödem

    Erläuterung:
    (1) Einheitenzeichen: mmHg
    Das Torr (Einheitenzeichen: Torr) oder die Millimeter-Quecksilbersäule, (früher auch und aktuell in der Schweiz nur Millimeter Quecksilbersäule) ist eine Maßeinheit des Druckes. Ein Torr ist der statische Druck, der von einer Quecksilbersäule von 1 mm Höhe erzeugt wird. Normaler Luftdruck entspricht einer Quecksilbersäule von 760 Millimeter.

    (2) Einheitenzeichen: KPa
    Das Pascal ist eine abgeleitete SI-Einheit des Drucks sowie der mechanischen Spannung. Sie ist nach Blaise Pascal benannt und folgendermaßen definiert: 1 Pa = 1 kg